Reiki und Wissenschaft II
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Holzschnitt von Flammarion

Gestern schrieb ich: „Sofern sich diese Aussagen erhärten…“ und ich möchte heute kurz darstellen, warum ich trotz so anschaulicher fotografischer Beweise und beeindruckender Ergebnisse immer noch meine Zweifel habe.

Die Herangehensweise an die Versuche, mit denen Reiki wissenschaftlich nachgewiesen werden soll, halte ich eben gerade nicht für wissenschaftlich. Ein Beispiel möge das erläutern:

In einem Versuch wurde eine Wasserflasche, die in Sofia in Ignatovs Büro stand, per Fernreiki behandelt und Ignatov wies eine Veränderung nach. Dann wurde ein Metallcontainer über die Flasche gestülpt und noch einmal Fernreiki gegeben, mit dem Ergebnis, dass die Menge der empfangenen Energie deutlich geringer war. Dieses geschah mehrfach in der gleichen Weise, auch bei verschiedenen Reikisendern.
Nun mag dies ein schönes Ergebnis sein, wirklich bedeutend wäre es aber nur dann, wenn sich nicht sofort weitere Fragen stellten:

  • Was wäre, wenn die Reikisender nicht wüssten, ob der Metallkasten die Flasche abschirmte? Würden dann die gleichen Ergebnisse erzielt werden?
  • Und wenn Ignatov bei der Bewertung des Wassers nicht wüßte, ob der Kasten darüber war? Eine Assistentin könnte ihm ja die Flaschen zur Auswertung geben, ohne darauf zu vermerken, um welche es sich handelt.
  • Man könnte sogar ab und zu völlig unbehandelte Flaschen zur Auswertung geben.

Wissenschaftler sind sich bewusst, dass unsere Erwartungshaltungen oftmals bestimmte Ergebnisse vorgeben und dann tatsächlich die erwarteten Ergebnisse auch beobachtet werden. Daher wird in Blind- und Doppelblindversuchen diese Erwartungshaltung aus dem Versuch herausgenommen. Ein Reikibeispiel habe ich gerade bei den Reiki*Lichtspielen eingestellt.
Sauber wissenschaftlich gearbeitet wurde hier also nicht – und das finde ich sehr schade, denn es diskreditiert Reiki: „Ja, wenn die schon wissenschaftlich argumentieren…!“ Ignatovs Forschungen leiden sicher an chronischem Geldmangel und das mag das Vorpreschen ein Stück weit erklären. Leider aber haben wir so keinerlei wissenschaftliche Beweise, sondern lediglich Hinweise. Diese sind interessant, keine Frage. Aber eben nicht geeignet, um Skeptiker zu überzeugen.

Reiki und Wissenschaft I
Reiki und Wissenschaft III

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:FlammarionWoodcut.jpgSofern sich diese Aussagen erhärten

Reiki und Wissenschaft I
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Mit Hilfe von weiter entwickelten Kirlian-Fotografien macht der bulgarische Biophysiker Ignat Ignatov Reiki sichtbar. Anhand von Kirlianaufnahmen vor und nach Behandlungen kann Ignatov z.B. zeigen:

  • Reiki verbraucht nicht die Energie des Reikigebenden – diesem wird vielmehr während der Behandlung auch Energie zugeführt.
  • Die Intensität der Energie nimmt mit dem Reikigrad des Reikigebenden zu. Dabei ist nicht entscheidend, über welchen Grad die Person verfügt, sondern welche Techniken und Symbole sie einsetzt.
  • Reiki hat eine Ausstrahlung in einer bestimmten Frequenz: In den Farbfotografien kommt vielfach die Farbe Cyan vor, die tatsächlich auf eine universelle Energie schließen lässt.
  • Je nach eingesetzter Technik / Symbol verfliegt die Wirkung von Reiki schneller oder auch langsamer. Eine Behandlung von Wasser mit dem Meistersymbol lässt nach vier Monaten deutlich nach.

Sofern sich diese Aussagen erhärten, haben sie tatsächlich Auswirkungen auf unser Tun. Wenn auch Reiki mit dem Meistersymbol verfliegt, dann sind die „auf ewig“ geweihten Amulette mit etwas anderem als Reiki geweiht und sollten noch etwas kritischer betrachtet werden. Wenn die Energie mit Symbolen höher ist als ohne, dann sollten Eingeweihte in Grad II und III diese auch jedes Mal benutzen. Einfach nur Hände auflegen wäre ja geradezu Verschwendung. Hm, interessante Frage: Wie stünde es wohl um die Energie von Leuten, die Reiki ohne Symbole geben? Gleich intensiv, nur anders von der Qualität? Wie Reiki I? Oder vielleicht gibt es da keinen Unterschied, weil die Techniken der höheren Grade auch ohne Symbole genutzt werden können?

Weitere, spannende Informationen findest du auf den Seiten von Dr. Ignatov oder Isabella Petri, die ein Forschungsprojekt dazu organisiert.

Reiki und Wissenschaft II
Reiki und Wissenschaft III

 

Peter Michael Diekmann: Ich bin berührt
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Peter Michael Diekmann: Ich bin berührt – Reiki oder die Schule des Lebens. Diekmann erzählt seine Biografie und nebenbei legt er eine Vorstellung von Reiki dar. Das Buch ist bodenständig und schlicht. Schlicht hier in einem ausgesprochen positiven Sinn. Manchmal muss es eben nicht mehr sein.

Diekmann schildert, wie er vom hartgesottenen Polizeibeamten zum Reikimeister wird. Diese Entwicklung scheint mir stimmig und solche Transformationsgeschichten sprechen mich sehr an.

Interessant ist die Vorstellung, die der Nutzung der Symbole zugrunde liegt. Sie sind laut Diekmann Hilfsmittel und durchaus nicht sakrosankt – würde eines nicht als hilfreich empfunden, könnte und sollte es durch eines ersetzt werden, das die entsprechende Bedeutung transportiert. Diese Anschauung steht im krassen Widerspruch zur Reiki-Tradition und ist allein von daher als herausforderndes Gedankenfutter zu empfehlen.