Film: Take Shelter
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Mein Mann und ich waren im Kino. Und wir hatten den Kinosaal für uns allein. An einem Freitag Abend. Nein, das hat dieser Film nicht verdient. Mit zwei Kinokarten kann kein Kino die Kosten decken, also wird dieser Film schnell aus den Sälen verschwinden. Beeile dich also, damit du ihn noch sehen kannst. Sonst entgeht dir etwas.

Amerikanische Mittelstandsidylle irgendwo in Ohio: Vater, Mutter, Kind – Haus, Garten Hund. Die Tochter hatte eine nicht weiter beschriebene Erkrankung und ist seither taub. Es geht im Film von Anfang an um das Thema Wahrnehmung: Gebärdensprache, Implantat-OP… Zugleich fangen bei Curtis, dem Vater, Albträume an, die ihn zutiefst erschüttern. Bald nimmt er auch im Wachzustand Dinge wahr, die andere nicht bemerken. Da seine Mutter seit Jahrzehnten wegen paranoider Schizophrenie in einer Klinik ist, ahnt Curtis, was auf ihn zukommt. Er fängt an, immer mehr an seinen Wahrnehmungen zu zweifeln und glaubt doch fest an sie.

Das Jonglieren zwischen Wirklichkeit und Wahnsinn überfordert nicht nur Curtis, sondern auch seine Familie, Nachbarn, Kollegen… Ich musste ziemlich häufig an Noah denken. Genau so muss sich Noah vorgekommen sein, als er anfing, in der Wüste ein Schiff zu bauen.

http://www.takeshelter-film.de/

Tree of Life
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Es gibt Filme, die liebt man oder die findet man entsetzlich. Tree of Life ist so einer. Ich liebe ihn jenseits von Begründungen. Das ist eben so, ich kann es nicht beschreiben, mir fehlen die Worte. Die, die mit mir im Kino waren, halten mich für verrückt. So einen sinnlosen Film könne man nicht mögen, geschweige denn lieben.

Ich liebe ihn trotzdem und hoffe, dass er, da er ja nun aus den Kinos heraus ist, sehr bald auf DVD erscheint. Es ist auf jeden Fall ein Film, den ich häufiger sehen werde.

Ganz unesoterisch ist es ein hochspiritueller Film. Terrence Malick erzählt auf verworrene Weise (Ja, Mitte fünfte Reihe von unten ist wirklich ein Dinosaurier!) von der Lebenskrise eines Mannes (Sean Penn) und seiner Kindheit. Die Mutter (Jessica Chastain) ist ein zartes, liebevolles Wesen und der Vater (Brad Pitt) versucht, den Söhnen einzutrichtern, wie wichtig es ist, sich im Leben durchzusetzen.

Wer klare Handlungsstränge mag, wird diesen Film nicht mögen. Allen anderen sei er ans Herz gelegt.

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Nachtrag: Inzwischen ist der Film auf DVD erschienen. Ich freu mich gerade auf ein Wieder-Sehen am Wochenende. Mein Mann freut sich, dass er auf Dienstreise sein wird und er so nicht mitgucken „muss“. Ha, so stört mich wenigstens keiner!