Author Archives: Steinkraut

RVD-Stammtisch in Kaltenkirchen
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Gestern fand der erste RVD-Stammtisch der Nordlichter statt. Wir trafen uns im Hotel Dreiklang in Kaltenkirchen. Immerhin: Wir waren zu sechst. Das ist natürlich ausbaufähig, aber für ein erstes Treffen – zumal bei verschneiten Straßen – finde ich das schon mal nicht schlecht.

Wir unterhielten uns über verschiedene Themen, die auch weiter getragen werden sollen. Für den April-Workshop in Allenbach habe ich etwas zum Thema Ausbildung vorbereitet und bin sehr gespannt, was dabei heraus kommen wird.
Die Möglichkeit, eine Berufshaftpflichtversicherung als RVD-Mitglied verbilligt abzuschließen, nimmt Formen an. Dazu wird es bald nähere Infos auf der Seite des RVD geben.

Es war eine nette Runde und ich freue mich auf die Wiederholung am 5. Mai. Anmeldungen dafür bitte bei Frank Glatzer.

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Tipp für englischsprachige Nachteulen
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Die amerikanische Reikimeisterin Pamela Miles bietet ein kostenloses Webinar an, in dem die Paul Mitchell interviewen wird. Das klingt sehr interessant, bis auf den Zeitpunkt: Dienstag, 31. Januar 2012, 0-1 Uhr. Aber immerhin wird es einen Link zur Aufzeichnung geben..

Beschreibung und Anmeldung findest du hier.

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Ist Reiki eine Heilweise?
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Möglichkeit A: Reiki ist eine Heilweise.

  • Traditionen des Handauflegens als therapeutisches Handeln sind älter als Menschengedenken und sie waren wahrscheinlich weltweit vertreten. Reiki sieht sich also in einer langen Tradition.
  • Es ist nicht einfach nur eine Entspannungstechnik, sondern gezieltes Beeinflussen des Ki, wie dies ja zum Beispiel auch in der Akupunktur geschieht, die mittlerweile weitgehend als Therapie anerkannt ist.
  • Für eine Behandlung ist es hilfreich, eine genaue Diagnose ermittelt zu haben. Dies wird deutlich an der Vielzahl von Büchern, in denen bestimmte Reikipositionen je nach Erkrankung empfohlen werden (z.B. Tanmaya Honervogt, Walter Lübeck, Das Original Reiki-Handbuch des Dr. Chujiro Hayashi…). Um eine Diagnose zu erhalten, sind medizinische Kenntnisse vonnöten. Eine Tätigkeit, die ich aufgrund medizinischer Kenntnisse ausführe, ist eine Heilweise.
  • Alles, das der Feststellung, Linderung oder Heilung von Krankheiten dient, ist gesetzlich als Ausübung der Heilkunde definiert und bedarf der Heilerlaubnis (ärztliche Approbation oder Heilpraktikerschein).
  • Für Ärztinnen und Heilpraktiker gelten vielfache Einschränkungen beispielsweise im Bereich der Werbung. Sie dürfen sich nicht zu Werbezwecken in Berufskleidung oder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit fotografieren lassen. (Deswegen werden in der Werbung Zahnpasten zuweilen von bekittelten „Zahnarztfreuen“ angepriesen.)
    Da Reiki eine Heilweise ist, greifen diese Regelungen auch hier. Fotos von Behandlungen sind nicht statthaft.
  • Eine weitere Einschränkung ist die, dass Ärzte und Heilpraktikerinnen nicht damit werben dürfen, wo sie ihre Ausbildungen gemacht haben.
    Das Veröffentlichen der Meisterlinie ist demnach rechtlich bedenklich.
  • Die letzte Einschränkung, mit der ich euch kommen will, betrifft das Verbot, im Bereich von Therapien mit Kundenmeinungen zu werben.
    Reikiflyer, auf denen Kunden ihrer Zufriedenheit Ausdruck geben oder Gästebücher auf der Homepage sind nicht zulässig.
  • Der Berufsverband ProReiki sieht sich als Dienstleister für die „Anerkennung von Reiki als Maßnahme zur Gesundheitsprävention, -pflege und zur Unterstützung von Heilungsprozessen.“
  • Mehrere Krankenkassen Deutschlands bezuschussen Reikibehandlungen und/oder -seminare. Das täten sie nicht, wenn Reiki keine ernstzunehmende Therapie wäre.
  • In mehreren Bundesländern (v.a. NRW, MV, SH) strengen die Gesundheitsämter Unterlassungsaufforderungen gegen Reikipraktizierende ohne Heilerlaubnis an (Gerichtsverfahren diesbezüglich laufen).

Möglichkeit B: Reiki ist keine Heilweise.

  • Reiki dient vor allem der spirituellen Entwicklung und der Entspannung. Heilung ist möglich, wenn durch Erkenntnis und Entspannung die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.
  • Diagnostisches Wissen ist nicht notwendig, da Reiki eine intelligente Energie ist, und fließt, wohin es will.
  • Außerdem werden die Handpositionen schematisch gewählt – an den Stellen der überlieferten Positionen liegen Reflexpunkte, sodass der gesamte Körper abgedeckt wird. Oder aber sie werden intuitiv gewählt, wobei noch nicht einmal ein Wissen um Symptome notwendig ist.
  • Wenn Reiki überhaupt eine Heilweise ist, dann höchstens eine des geistigen Heilens. Das Bundesverfassungsgericht hat 2004 festgestellt, dass die Ausübung geistigen Heilens keiner Heilerlaubnis bedarf.
  • Demzufolge greifen die einschränkenden Bestimmungen des Heilmittelwerbegesetzes bezüglich der Werbung nicht: Eine Reikipraxis kann mit Fotos von Anwendungen, mit Gästebüchern und der Meisterlinie werben.

Lass dich nicht irritieren, dass die erste Liste länger ist. Zum einen musste ich dort noch eher die Punkte erklären, zum anderen gilt es natürlich, Argumente zu gewichten, nicht sie zu zählen.

Man kann noch nicht einmal behaupten, dass die Reikiszene in dieser Frage gespalten sei – sie wird einfach nicht gestellt. Die meisten Reikipraktizierenden scheinen sich noch nicht einmal der Problematik bewusst zu sein: Sie sperren sich dagegen, einen Heilpraktikerschein erlangen zu sollen – was in der Regel Jahre der intensiven Vorbereitung voraussetzt und eine entsprechend hohe Hürde ist. Schließlich sei Reiki ja keine Heilweise. Oft aber sind es genau die gleichen Leute, die Positionen nach Symptomen empfehlen und die jubeln, wenn eine weitere Krankenkasse Reiki als Gesundheitsprävention anerkennt. Das passt meines Erachtens nicht zusammen und macht deutlich, wie unreflektiert argumentiert wird.

Wie ist denn nun deine Meinung? Versuche, persönliche Vor- und Nachteile außen vor zu lassen und betrachte nur Reiki. Ist es eine Heilweise?

Und dann, wenn wir uns jeweils unsere Meinung gebildet haben, lasst uns herangehen, das Reikilager zu spalten. Es geht mir nicht darum, Zwist zu säen, aber ein wenig aufrütteln müssen wir unsere Reikikolleginnen vielleicht doch. Eine Klärung dieser Frage ist wichtig und steht unmittelbar im Raum. Sollen Gerichte allein entscheiden? Oder wollen wir unseren Teil zur Meinungsbildung beitragen?

Los geht’s!

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Reiki: Geschichte und Mythos
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Japanischer Votivaltar, Ende 16. Jh. - Musée Guimet, Paris

James Deacon hat mir dankenswerterweise die Erlaubnis gegeben, einige seiner Artikel ins Deutsche zu übertragen und auf meiner Seite zu veröffentlichen. Ich möchte dies in nächster Zeit zu den Artikeln tun, die sich mit der Geschichte Reikis beschäftigen und dort vor allem mit dem Verhältnis zur Reiki-Legende.

Das Copyright © 2008 liegt bei James Deacon, das der Übersetzung © 2011 bei Katrin Buske. Ich verlinke stets mit dem Original und – soweit schon vorhanden – mit der Übersetzung.

 

Reiki: Geschichte und Mythos (Teil 1)

Reiki History and Reiki Myth

Ein zweiter Blick auf ein paar Behauptungen der “neuen” Reikigeschichte – War Usui doch Christ?

Früher war es uns im Westen als Tatsache bekannt, dass Usui-sensei Christ war – und nicht nur einfacher Christ. Nein: Er war sogar Pfarrer. Und das System der natürlichen Heilung war, obgleich es keine direkte Beziehung zum Christentum hatte, letztlich Ergebnis von Usui-senseis Forschungen danach, wie Jesus seine Heilungen vollbracht hatte.

In den späten 1980er / frühen 1990er Jahren nahm Reiki Fahrt auf und breitete sich in der New-Age-Bewegung immer schneller aus. Die Vorstellung von Usui-sensei als Pfarrer war nicht mehr angesagt. Für viele New-Age-Jünger war es richtiggehend unangenehm oder sogar peinlich.

Für viele Menschen war ihr Bedürfnis nach einer alternativen Spiritualität Triebfeder für ihre Beschäftigung mit New Age gewesen, eine Flucht aus der dogmatischen Kontrolle ihrer christlichen Erziehung. Und als sie dann herausfanden, dass der Gründer des Reikisystems christlicher Pfarrer gewesen war, nun ja…

Wie es manchmal so geht begannen gerade in dieser Zeit einige Menschen unabhängig voneinander, verschiedene Ereignisse der Reikigeschichte, wie sie sie von ihren MeisterInnen gelernt hatten, zu hinterfragen. Unter anderem entschlossen sich ein paar Leute, die Universitäten anzuschreiben, die in der Reikilegende genannt werden:

  • Doshisha Universität in Kyoto – Usui-sensei, so hatte es immer gehießen, war an dieser Universität Pfarrer und nach einigen Berichten sogar Präsident der Universität gewesen
  • University of Chicago – dort soll Usui-sensei im Rahmen seiner Suche nach Jesus’ Heilwirken studiert haben.

Einer dieser Männer, die sich an die Universitäten gewandt hatten, war der Reikimeister William Rand. Im November 1990 bekam er von der Universität in Chicago die Auskunft, dass “…unsere Archive keinen Hinweis darauf geben, dass Mikao Usui jemals die Universität von Chicago besucht hätte.” Im darauf folgenden Jahr wandte Rand sich auch an die Doshisha Universität und bekam im Dezember 1991 die Antwort, dass der Name Mikao Usui in den Listen der Hochschulabsolventen “nirgends auftauche” und auch nicht auf der Liste der Fakultätsmitglieder. Außerdem sei er  “… niemals Präsident der Doshisha gewesen.”

Diese Information war natürlich für viele Reikianhänger ein großer Schock und wir können nur vermuten, in welchen unterschiedlichen Wegen sie damit umgingen, dass anscheinend schwerwiegende Fehler in der überlieferten Reikigeschichte enthalten waren. Indes scheint es, dass einige Leute, besonders aus den Reihen derer, die mit den christlichen Bestandteilen nie so recht glücklich gewesen waren, die Widersprüche als so etwas wie ein Gottesgeschenk auffassten. Für sie war es eine Chance, Dinge zu ändern, neu aufzubauen. Tja, und das haben sie dann auch getan.

Erstaunlich schnell entstand so etwas wie Die Wahre Geschichte von Reiki. Und in dieser Version war Usui-sensei nicht nur nicht Präsident der Doshisha, noch Pfarrer an dieser Universität – nein, er war überhaupt kein Pfarrer und noch nicht einmal Christ.

Usui-sensei war nun Buddhist [1] und immer schon gewesen; und wann immer jemand fragte, warum es jemals anderes gehießen hatte, lautete die Standardantwort, dass Takata-sensei bestenfalls die Dinge ein bisschen durcheinander gebracht hatte und schlimmstenfalls einfach alles erfunden hatte. [2] Immerhin war der Buddhismus für viele New-Age-Anhänger weitaus akzeptabler als es das Christentum war und Hinweise finden sich auch in der Reikilegende: Usui-sensei habe in einem Zen-Kloster studiert und die Schlüssel zu den Symbolen in buddhistischen Sutras gefunden… [3]

Nach und nach entwickelten sich Standardantworten auf Fragen, die vielleicht sogar recht unbedarft zum christlichen Hintergrund Usuis gestellt wurden:

  • “Er konnte doch gar kein Christ sein – er ist doch auf einem buddhistischen Friedhof begraben worden.” [4]
  • “Für jeden, der auch nur ein bisschen Ahnung von japanischer Geschichte hat, ist offensichtlich, dass Usui kein gebürtiger Christ hat sein können. Das Christentum war doch für Jahrhunderte in Japan verboten gewesen und dieses Verbot wurde erst aufgehoben, als Usui 8 Jahre alt war. Also gab es keine japanischen Christen zu der Zeit, in der Usui geboren wurde.”
  • “Aber natürlich wissen wir, dass Usui kein Christ gewesen war. Sowohl die Gakkai als auch eine seiner noch lebenden Schülerinnen – eine buddhistische Nonne namens Mariko – bestätigten, dass Usui Zeit seines Lebens Buddhist war.”

Wie auch immer: Es gibt wahrscheinlich weniger Beweise für die Existenz dieser langlebigen Schülerin oder der heutigen Gakkai als es jemals dafür gab, dass Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen verfügt hatte…
Desweiteren gibt es in der von Takata-sensei überlieferten Reikilegende keinen Hinweis darauf, dass Usui-sensei als Christ geboren worden war. Seine Kindheitsjahre werden überhaupt nicht erwähnt. Auch wird niemals behauptet er sei als Christ gestorben. (Takata hat nie gesagt, er sei sein ganzes Leben lang Christ gewesen. So gibt es zum Beispiel keinen Hinweis darauf, dass er nach der Reiki-Entdeckung auf dem Berg Kurama seinen Dienst als Pfarrer wieder aufgenommen habe.)
Und außerdem werden wir jetzt sehen, dass es tatsächlich zur Zeit von Usui-senseis Geburt Christen in Japan gab. Und zwar ziemlich viele.

1549 trat die Römisch-Katholische Kirche erstmals in Japan auf* und für das folgende halbe Jahrhundert gedieh das Christentum mit immer weiter wachsenden Zahlen von Konvertiten. Einige Schätzungen belaufen sich auf bis zu 300.000 japanischen Christen zum Ende des 16. Jahrhunderts. Als das Tokugawa Shogunat jedoch Anfang des 17. Jahrhunderts die politische Kontrolle übernahm, änderten sich die Dinge:
Das Christentum wurde jetzt als Möglichkeit gesehen, dass europäische Interessen in den Herzen und im Geist der japanischen Bevölkerung Tritt fassen könnten und daher erschien es jetzt als Bedrohung für die Macht des Shogunats – eine Zeit der immer stärker werdenden Unterdrückung begann.

Dies führte zum offiziellen Verbot für Japaner, den christlichen Glauben auszuüben. Ausländische Missionare und viele prominente Japaner christlichen Glaubens mussten das Land verlassen. Statt ins Exil zu gehen, begaben sich viele (europäische) römisch-katholische Priester in den Untergrund. Eine große Anzahl der Gläubigen weigerten sich, den christlichen Glauben aufzugeben. Sie wurden vor eine simple Wahl gestellt: Widerrufen oder sterben. Viele widerriefen. Viele wurden hingerichtet.

Um sich weiter von westlichem Einfluss (und der Wahrscheinlichkeit, dass die Europäer zu viel Einfluss erlangen) zu befreien, entschied sich das Shogunat für eine Isolationspolitik: Nicht nur die Missionare, sondern alle Europäer wurden des Landes verwiesen, jeglicher Handel mit Europa wurde beendet; mit der einzigen Ausnahme eines streng kontrollierten Handels mit den Niederlanden.

Doch auch nach all diesen Maßnahmen war das Christentum nicht aus Japan gelöscht. Historiker glauben, dass etwa 150.000 Christen offiziell ihrem Glauben abschwörten, ihn jedoch heimlich weiter praktizierten. Für mehr als zwei Jahrhunderte lebten die Senpuku Kirishitan (Untergrundchristen) in von der Außenwelt abgeschirmten, selbstständigen ländlichen Gemeinden und feierten ihre Gottesdienste in aller Heimlichkeit, wohl wissend, dass sie bei Entdeckung hingerichtet würden. Geschätzten 40.000 ist genau dies geschehen…

Diese Jahrhunderte hindurch waren die Christen ohne Gebetsbücher, Heilige Schriften oder irgendwelche Kultgegenstände – all dies war aufgegeben worden, um einer möglichen Entdeckung zu entgehen. Nach außen mussten sie den Eindruck erwecken, Buddhisten oder Shintoisten zu sein (die Unterschiede zwischen beidem waren ohnehin verwischt.
So wurde der christliche Glaube mündlich weitergegeben und im Laufe der Zeit kam es zu zahlreichen Veränderungen, indem buddhistische, shintoistische oder volkstümliche Vorstellungen eingewoben wurden.

1853 erreichte eine kleine US-amerikanische Flotte den Hafen von Uraga am Eingang zur Bucht von Tokio, dem damaligen Edo. Die Amerikaner verlangten, dass Japan seine Häfen dem Handel mit dem Westen öffne.
Durch die jahrhundertelange Isolation vom Rest der Welt hatte sich das japanische Militär nicht weiterentwickelt und daher war ein Widerstand gegen Amerika nicht möglich. Das Shogunat hatte keine andere Wahl als nachzugeben. Bis 1854 hatte Japan Freundschaftsabkommen nicht nur mit den USA, sondern auch mit Großbritannien, Frankreich, Russland und den Niederlanden abgeschlossen.

1865, als Usui-sensei geboren wurde, lag immer noch der Bann auf dem Christentum – zumindestens für die Japaner selbst. Das Öffnen der japanischen Häfen für den Auslandshandel sorgte auch für einen Zustrom an römisch-katholischen und anderen christlichen Missionaren, angeblich nur, um sich um die wachsende Zahl von Westlern in den neu gegründeten ausländischen Wohnvierteln zu kümmern.
Trotz des Verbots, für das Christentum zu werben, war es einigen Missionen erlaubt, medizinische Behandlungen und Schulen anzubieten.
Sogar nach dem Fall des Shogunats und dem Einsetzen der Meiji-Reigerung (1868) war es für Japaner illegal,  ihren christlichen Glauben zu praktizieren. Etwa 3.000 japanische Christen sind allein in den ersten zwei-drei Jahren der Meiji-Regierung verhaftet worden.

Aber die Dinge sollten sich jetzt ändern: Unter dem wirtschaftlichen und sonstigem Druck der USA und anderer westlicher Staaten war die Meiji-Regierung gezwungen, ihre Haltung in religiösen Fragen zu überdenken und 1873 wurde dann das Verbot aufgehoben.

Während einige wenige der Christen aus dem Untergrund christliche Missionare schon vor 1873 überrascht hatten, waren nun alle in der Lage, sich offen zu ihrem Glauben zu bekennen und um Unterricht in Katechismus und auch Riten zu bitten, da ihr eigener Glaube sich in den Jahren der Isolation von den Lehren der Kirche abgeglitten war.

Viele kehrten froh in den Schoß der Mutterkirche zurück, aber es gab auch einige, die dies nicht wollten: Sie zogen es vor, an den entwickelten japanischen Eigenheiten und Traditionen (einschließlich Ahnenverehrung [5]) festzuhalten.

Fortsetzung folgt

______________________________________________________________________________________________________________________________

Anmerkungen:
[1] Aber selbst heute [2008] gibt es keine Einigkeit darüber, welcher Richtung des Buddhismus’ Usui-sensei angehörte.

[2] Vielleicht war es in dieser Zeit, dass die nicht gänzlich durchdachte Auffassung entstand, dass Takata-sensei eine christliche Herkunft fabuliert hatte, um Reiki im Westen salonfähig zu machen?

[3] Erstaunlich, wie einige Bestandteile der als falsch betrachteten Reikilegende nun sogar zu deren Widerlegung herangezogen werden…

[4] Natürlich könnte die gleiche Argumentation auch benutzt werden, um zu belegen, dass Usui-sensei kein Tendai Buddhist war (wie behauptet wurde), denn er ist auf einem buddhistischen Jodo Shin-Friedhof begraben worden.

[5] Namentlich derjenigen, die für ihren glauben als Märtyrer in den Tod gingen.

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Das fängt ja gut an!
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Kaizen

So, das waren die Zwischentage. Zeit für dich, dir Gedanken zu machen, ob sie dir geholfen haben. Wie möchtest du deinen Reikigarten weiter pflegen? Möchtest du zum Beispiel wöchentlich einmal das Eisenhower-Diagramm ausfüllen? Oder hast du vielleicht gar nichts gefunden? Was hätte anders sein sollen?

Indem du dir solche Fragen stellst, stellst du sicher, dass sich dein Umgang mit Reiki weiter entwickelt. Und eben das ist es, was ich dir für das neue Jahr wünsche. Die Welt mag in 2012 untergehen oder das Bewusstsein springen – wenn dieses oder jenes oder etwas ganz anderes geschieht: Wo willst du dann mit Reiki stehen?

Ich möchte dir heute ein letztes Werkzeug an die Hand geben: Kaizen. Dabei handelt es sich um ein japanisches Managementsystem, das sich gut auch auf Reiki – oder ganz andere Lebensbereiche – anwenden lässt. Wörtlich übersetzt heißt es “Veränderung zum Besseren”.

Das soll hier natürlich kein Studium in BWL ersetzen, es ist lediglich ein allererster kleiner Schritt (Falls du dich weiter interessierst, empfehle ich dir den Wikipediaartikel als Ausgangspunkt für deine Recherche). Beim Kaizen geht es darum, den dicken Brocken in viele kleine Bröckchen zu zerlegen. Ganz losgelöst von Statistiken und quantifizierbaren Daten kann das helfen, dich in Sachen Reiki weiterzuentwickeln.
Du hast in der letzten Woche Ziele aufgestellt für dein Reiki. Nehmen wir mal an – das Reden in Beispielen ist leichter als ganz allgemein – diese Ziele wären: Energien sicher spüren können, mehr Behandlungen geben, einen Reikitreff finden oder gründen. Was du dafür tun müsstest, um die Ziele zu erreichen, ist sehr unterschiedlich und daher ist die Gefahr des Sich-Zerfransens recht hoch. Gleichzeitig auf zarte Empfindungen zu achten und handfeste Ideen zu sammeln, wie man Gleichgesinnte finden kann, ist nicht einfach.

Eine der allersimpelsten Ideen Kaizens ist es, dass große Veränderungen in kleinen Schritten erfolgen. Also: Für einen Monat pickst du dir eines deiner Ziele heraus. Dieses, und nur dieses wird betrachtet. Nach dem Monat ist ein anderer Bereich deiner Reikipraxis dran. Wenn du mit allen durch bist, fängst du die Runde wieder von vorne an. So entsteht die Gewohnheit, immer ein Thema im Vordergrund zu haben. Du kannst dich stets effektiv auf einen Punkt fokussieren und verlierst die anderen doch nie aus dem Blick.

Ich hoffe, du hattest Spaß und vielleicht die eine oder andere erhellende Idee während der Zwischentage. Ein gutes 2012 wünscht dir deine Katrin.

 

Zwischentage
Worum geht es bei den Zwischentagen?

Vorbereitung auf die Zwischentage
Übermorgen, Kinder, wird’s was geben
Tag 1: Einstimmung auf die Zwischentage
Tag 2: Zeit für Reiki finden
Tag 3: Reikiland erkunden
Tag 4: Wer nicht genau weiß, wohin er will…
Tag 5: Reiki für Streber
Tag 6: Reiki und der Rest deines Lebens
Tag 7: Reikigarten
Das fängt ja gut an!

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Tag 7: Reikigarten
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Foto: Hedwig Storch

Eine wunderschöne Metapher für Reiki und die Rolle, die die Einweihungen spielen, fand ich bei Duane P. Flowers: “Reiki ist wie ein Garten.” Wie ist der Zustand deines Reikigartens? Bewässerst du ihn täglich? Wendest du die notwendige Zeit auf, sodass er sich zu dem schönen Garten entwickelt, in dem du täglich für eine herrliche Reikimeditation sitzen magst? Oder hast du einfach deine Einweihung bekommen und gedacht, das reiche?

In der Einweihung werden dir die Samentütchen in die Hand gedrückt, aber säen und hegen musst du schon selbst. Du bist der Gärtner deines Gartens.

Wie sieht dein Reikigarten denn nun aus?

Ob du das Bild des Gartens benutzt oder lieber sachlich analysierst: Was sollte getan werden? Fehlt etwas? Kannst du selbst dafür sorgen oder brauchst du Hilfe? Wie viel Zeit / Mühe / Wasauchimmer kannst und willst du aufwenden?

Die Aufgabe für heute: Erstelle einen Pflegeplan für deinen Reikigarten.

Dabei handelt es sich um konkrete Maßnahmen. Was muss an Pflegemaßnahmen getroffen werden, um deine langfristigen Ziele zu erreichen? Dabei solltest du in kleinen, überschaubaren Bröckchen denken. Also statt “Bis Mai soll mein Reikizimmer renoviert sein.” lieber kleinere Schritte: Tapete und Farbe festlegen, Vorzüge von Parkett und Laminat recherchieren, Kostenvoranschläge einholen…

Mit diesen einzelnen Schritte kannst du unterschiedlich vorgehen:

ohne Zeitsetzung: Jede Maßnahme kommt auf eine eigene Karteikarte. Das werden wahrscheinlich frustrierend viele werden. Die Karten werden in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht und dann in einen offen stehenden Karteikasten getan. Und dann arbeitete man schön ruhig von vorn nach hinten ab: langsam, aber stetig.

mit Zeitsetzung: Die Maßnahmen werden in die Wochen-, Monats- und Jahresplanung integriert und dann nach dem Zeitplan erledigt. Das kann allerdings zu Stress führen. Ist es das wert? Was streichst du dafür aus deinem Leben?

Je nachdem, was du vorhast, wirst du dich für das eine oder das andere entscheiden. Sollten deine Reikipläne in Richtung Professionalität führen, wirst du kaum um eine gute Zeitplanung herumkommen. Solange du privat planst oder höchstens kleingewerblich, kannst du die Dinge lockerer angehen.

Und falls du in der Nähe von Plön wohnst, kannst du dir von mir eine Hyazinthenzwiebel abholen. Setzt du sie jetzt an, so entwickelt sie sich innerhalb von wenigen Wochen und du wirst von ihr daran erinnert, dass du in deinem Reikigarten arbeiten möchtest.

Pflegeanleitung

Zwischentage
Worum geht es bei den Zwischentagen?

Vorbereitung auf die Zwischentage
Übermorgen, Kinder, wird’s was geben
Tag 1: Einstimmung auf die Zwischentage
Tag 2: Zeit für Reiki finden
Tag 3: Reikiland erkunden
Tag 4: Wer nicht genau weiß, wohin er will…
Tag 5: Reiki für Streber
Tag 6: Reiki und der Rest deines Lebens
Tag 7: Reikigarten
Das fängt ja gut an!

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Tag 6: Reiki und der Rest deines Lebes
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Buddha's Beach, Sedona, Arizona - Foto: Katrin Buske

Bis jetzt ging es immer nur um Reiki – aber du hast ja noch mehr Seiten an dir. Ein noch so toller Reikimeister, der gerade seine 3. Ehe ruiniert, keinen Kontakt zu seinen Kindern hat, unter Burnout leidet und sich aus Zeitgründen nur von Fastfood ernährt, imponiert nicht wirklich. Ein Leben sollte in Balance sein, sodass sich die einzelnen Bereiche die Waage halten. Oder sich gegenseitig so unterstützen, dass man aus ihnen beeindruckendes bauen kann.
Es kristallisiert sich jetzt eine Vision für Reiki heraus. Fühlt sie sich gut an? Passt sie zu dem Rest deines Lebens?

Als Anstoß habe ich verschiedene denkbare Lebensbereiche angeführt. Kreuze für dich einfach in Gedanken an, welche dir wichtig sind:

  • Familie
  • Beruf
  • Hobbys
  • Freunde
  • Ehrenamt
  • Sport
  • Urlaub
  • künstlerische Aktivitäten
  • Kultur
  • Spiritualität

Aufgabe für heute: Lege fest, was noch wichtig ist in deinem Leben und welchen Anteil Reiki daran haben soll.

Wie sehen die Wünsche in all diesen Bereichen aus? Welche sind dir wichtig? Wieviel Ressourcen an Zeit, Geld, Energie steckst du in die einzelnen Bereiche?

Also: Nimm dir Karteikarten (oder Notizzettel), schreibe jeweils einen Wunsch darauf, z.B. “glückliche Ehe” oder “Fitness”. Jeder Karte weist du ein Minimum an Zeit zu, die du jede Woche und ausnahmslos jede Woche ihr widmen willst. An dieser Stelle kommen Balkendiagramm und/oder Stundenplan noch einmal ins Spiel.

Analyse des Tagesablaufs mit Balkendiagramm
Analyse des Tagesablaufs mit Stundenplan

Du wirst dir wahrscheinlich noch einmal deine Wünsche und Ziele für Reiki ansehen müssen. Sind sie realistisch oder würde dein Leben so einseitig? Falls du feststellst, dass Reiki einen zu großen Anteil bekommen hat, müsstest du einen kleineren daraus formen. Das ist sehr frustrierend, ich weiß. Glaub mir, ich weiß wirklich. Das ist jetzt so einer der Momente, in denen es dazu kommen kann, dass man sich verabschieden muss: von Gewohnheiten, von Träumen… Diesen Abschied kannst du dir erleichtern, indem du ein Ritual dazu machst:

Richte dir deinen Raum feierlich her, bereite dich auf ein Ritual vor, so wie du es gewohnt bist. Stimme dich auf Reiki ein.
Zeichne das Kontaktsymbol und sprich das Mantra. Was lässt du los? Benenne es, visualisiere es.
Zeichne das Harmoniesymbol und sprich das Mantra.
Versiegle mit dem Kraftsymbol. Lass Reiki einfach fließen.
Das Bild löst sich auf. Dank.

Falls du nicht in die Symbole eingeweiht bist, kannst du dieses Ritual abwandeln:

Am besten begibst du dich an einen schönen Platz draußen. Sollte das gerade nicht gehen, bietet sich vielleicht das geöffnete Fenster an.
Stell dir vor, dass die Dinge, von denen du dich verabschieden willst, auf deiner Hand liegen.
Bekräftige deine Absicht, dich zu trennen.
Puste über die Hand, sodass alles, das darauf ist, fortgepustet wird. Mit der anderen Hand streichst du noch abschließend darüber. Dank.

Und ich verspreche dir, dass wir morgen ganz konkrete Maßnahmen finden, die du unternehmen kannst, um deine aktuellen Ziele umzusetzen.

 

Zwischentage
Worum geht es bei den Zwischentagen?

Vorbereitung auf die Zwischentage
Übermorgen, Kinder, wird’s was geben
Tag 1: Einstimmung auf die Zwischentage
Tag 2: Zeit für Reiki finden
Tag 3: Reikiland erkunden
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Tag 5: Reiki für Streber
Tag 6: Reiki und der Rest deines Lebens
Tag 7: Reikigarten
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Tag 5: Reiki für Streber
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Foto: Scott Chan

Dies ist eine Analysemethode, um zu bestimmen, wo man steht, was man kann und wo noch Änderungsbedarf besteht. Das kann ganz schön frustrierend sein, aber letztlich hilft einem da nur die Wahrheit weiter. Bei solchen Methoden ist es wichtig, sie immer auf ein bestimmtes Problem zu beziehen. Hier also: “Was möchte ich mit Reiki anfangen?” Wer versucht, sein ganzes Leben mit einem solchen Schema zu lösen, wird scheitern. Immer Schritt für Schritt.

Ein Swot ist ein Streber. Keine Ahnung, ob bei der Namensgebung der SWOT-Analyse dieses Akronym beabsichtigt war. Ist schon irgendwie eine Streber-Methode. 8O Eigentlich stehen die Buchstaben jeweils für einen Faktor:

S Strength Stärke
W Weakness Schwäche
O Opportunity Chance
T Threat Gefahr

In das SWOT-Schema trägst du nun die Aspekte ein, die auf dich zutreffen. Dann sieht das vielleicht so aus:

Lass dich nicht von meinem Beispiel abschrecken, es dürften nur 2-3 Punkte pro Feld eingetragen werden. Mehr ließe sich am Bildschirm nicht mehr ansprechend leserlich darstellen. Zuhause bist du da freier und brauchst dir keine Beschränkungen aufzuerlegen. Falls du gerade kreative Lichtblitze hast, nimmst du einfach für jeden der Faktoren eine eigene Seite.

SWOT-Analyse

So, und wenn du nun deine eigenen Stärken und Schwächen, deine Chancen und Risiken erarbeitet hast, bist du schon einmal ein Stück weit schlauer als zuvor. Du hast dir Dinge bewusst gemacht oder noch einmal ins Bewusstsein gerufen, die normalerweise nicht so präsent sind. Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass das bestenfalls der Ansatz zu einer SWOT-Analyse war. Das Original ist bedeutend vielschrittiger und komplexer. Für uns und unsere bescheidene Frage danach, wie es mit uns und Reiki weitergehen soll, reicht dies allemal. Falls du mehr dazu wissen willst, fang doch bei Wikipedia s.v. SWOT-Analyse an – dort findest du zahlreiche Hinweise auf weitere Seiten und Bücher.

Zwischentage
Worum geht es bei den Zwischentagen?

Vorbereitung auf die Zwischentage
Übermorgen, Kinder, wird’s was geben
Tag 1: Einstimmung auf die Zwischentage
Tag 2: Zeit für Reiki finden
Tag 3: Reikiland erkunden
Tag 4: Wer nicht genau weiß, wohin er will…
Tag 5: Reiki für Streber
Tag 6: Reiki und der Rest deines Lebens
Tag 7: Reikigarten
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Tag 4: Wer nicht genau weiß, wohin er will, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ganz woanders ankommt
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Foto: nuttakit

„Wer nicht genau weiß, wohin er will, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ganz woanders ankommt!“ Dieses Zitat von Robert Mager beschreibt sehr schön, worum es heute geht.

Klar, wenn ich mich in ein Boot setze und mich auf das offene Meer hinaustreiben lasse, komme ich auch irgendwohin. Vielleicht werden ich von den Wellen gleich wieder ans Ufer gedrückt, aber zuhause ist ja auch irgendwo. Dann darf ich mich eben nur nicht beschweren, dass ich nie dahin komme, wo es spannend ist.

Wenn ich mich aber entscheide, wohin ich will, ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass ich an einem spannenden Ort lande. Vielleicht muss ich dafür Segeln lernen oder mich beim Rudern abrackern – aber mit etwas Geschick stimmt die Richtung.

Das Dumme an Entscheidungen – und das macht es uns so schwer, sie zu treffen – ist, dass jede Entscheidung für dies auch eine gegen das und jenes ist. Entscheide ich mich, in den Osterferien Urlaub in Finnland zu machen, kann ich weder zu Hause bleiben noch nach Kalifornien. Daher drücken wir uns gern vor Entscheidungen und Einigen scheint es sogar völlig unmöglich zu sein, welche zu treffen. Und sie sehen nie Polarlichter in Finnland, noch besuchen sie den netten Steineladen in Angels Camp, Kalifornien, noch verbringen sie einen tollen Urlaub zu Hause.

Aufgabe für heute: Ziele setzen.

Aber welche? Gestern hast du im Reikiland deine Wünsche gefunden. Wünsche sind meist hoch motivierend, jedoch häufig auch unkonkret-kraftlos. Also müssen wir jetzt konkrete Ziele daraus formulieren. Falls du mit Affirmationen arbeitetest, kommt dir sicher einiges bekannt vor:

Formuliere positiv: Vermeide nicht, kein, ohne… Statt “Ich will nicht mehr so häufig vergessen, mir eine Ganzbehandlung zu geben.” lieber “Ich werde mir täglich eine Ganzbehandlung geben.”

Formuliere entschlossen: Vermeide verwaschene Füllwörter wie eigentlich, ungefähr, möchte…

Formuliere in der Zukunftform: “Ich werde…”

Formuliere messbar und mit Zeitangabe: Statt “Ich werde mehr über Reiki lesen.” lieber “Ich werde mir das Buch xy kaufen und bis Ende des Monats durchlesen.”

Formuliere machbar: Statt “Ich werde bis Ende des Jahres von Reiki leben können.” lieber “Ich werde ab August zuverlässig mindestens xy€ im Monat verdienen.” → um dann auswerten zu können, ob ich in Teilzeit gehen oder meinen Brotberuf gar ganz aufgeben kann.
Natürlich könnte das erste Ziel auch machbar sein – wenn du jemand ganz Besonderes bist und eine geniale Geschäftsidee hast. Wir anderen backen lieber erst einmal kleine Brötchen.

Formuliere motivierend: Lege deine Hand auf den Solarplexus und sprich dein Ziel laut aus. Fühlt es sich gut an?

Nun nimm deine Wünsche aus dem Reikiland und formuliere Ziele daraus. Wir werden auf sie zurückkommen.


Du wunderst dich eigentlich nur noch? Ziele für Reiki festlegen?! Wie absurd! Vielleicht bist du uns einen Schritt voraus und dem Streben nach Zielen längst entwachsen. Vielleicht aber hast du einfach nur keine Vision. Vielleicht noch etwas anders?
Deine Alternativaufgabe für heute: Versuche, zu ergründen, was du an Zielsetzungen falsch findest. Betrifft das nur Reiki oder auch andere Lebensbereiche? Betrachte deine Gründe und wenn du feststellst, dass sie für dich gut und richtig sind und du gut mit ihnen leben kannst, dann tu genau das. Ich würde mich freuen, wenn du deine Gründe mit uns teilen würdest.

Zwischentage
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Vorbereitung auf die Zwischentage
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Tag 3: Reikiland erkunden
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Foto: Arvind Balaraman

Folge mir auf eine Wanderung. Es geht durch einen wunderschönen, dichten Wald. Einen solchen Wald hast du noch nie gesehen! Das Licht wird durch das üppige Blätterdach gedämpft, an einigen Stellen ist es fast dunkel. Der Weg ist streckenweise kaum noch zu erkennen. Rechts und links scheinen Pfade abzugehen, die auch alle ins Unbekannte führen. Ab und zu huscht ein Tier über den Weg. War das eben ein Eichhörnchen? Blütenduft weht dir zu. Angenehm und völlig unbekannt.

Nach einer Weile siehst du Licht durch die Baumstämme schimmern: der Wald wird heller und heller und bald hast du den Waldrand erreicht. Es öffnet sich dir eine wunderschöne Aussicht und du beschließt, Pause zu machen. An einen Baumstamm gelehnt, nimmst du einen tiefen Schluck aus deiner Wasserflasche und erfreutst dich des Ausblicks. Der Wald, aus dem du gerade kamst, liegt auf einer Anhöhe und vor dir, unter dir erstreckt sich Reikiland mit all seinen Hügeln, Tälern, Wiesen, einsamen Höfen, Dörfern und Städten.

Dort leben die Leute, die von Reiki leben, und da hinten die, die Reiki im Geheimen betreiben. Dazwischen diejenigen, die Reiki ungefragt geben und viele andere mehr. Einige dieser Menschen leben mit Engeln, andere sprechen mit Steinen.

Sie sprechen alle nur denkbaren Sprache und verstehen sich manchmal nur schlecht. Sie sprechen Usui und Takata, Jikiden und Rainbow, einige sogar schon Marayana Sayi. Wenn du ganz genau hinhörst, kannst du ferne Lieder auf Usui Shiki Ryoho und Karuna hören. Und es gibt noch viel mehr Sprachen, von denen du noch gar nichts weißt!

Bleib noch einen Augenblick sitzen und sieh dich in Ruhe um – was entdeckst du noch? Welche Orte erkennst du?

So, und nun musst du entweder sitzen bleiben bis ans Ende deiner Tage oder dich entscheiden, wohin du weiterwandern möchtest. Welche Sprache möchtest du noch lernen? Welches Dorf erscheint dir in seiner Lebensweise sympathisch?

Halte das für dich kurz schriftlich fest.

Aufgabe für heute: Lass jetzt alles stehen und liegen.

Geh duschen oder mit dem Hund vor die Tür. Dann erst nimmst du dir das eben Geschriebene noch einmal vor. Ist es das? Sind das deine Wünsche für dein Reiki? Falls nicht: Warum sind die es nicht? Welche sind es dann?
Wir werden uns Morgen weiter mit Zielen beschäftigen, du musst also keinesfalls fertig werden. Aber Morgen wird es leichter sein für dich, wenn du eine grobe Vorstellung davon hast, was du möchtest.

Zwischentage
Worum geht es bei den Zwischentagen?

Vorbereitung auf die Zwischentage
Übermorgen, Kinder, wird’s was geben
Tag 1: Einstimmung auf die Zwischentage
Tag 2: Zeit für Reiki finden
Tag 3: Reikiland erkunden
Tag 4: Wer nicht genau weiß, wohin er will…
Tag 5: Reiki für Streber
Tag 6: Reiki und der Rest deines Lebens
Tag 7: Reikigarten
Das fängt ja gut an!

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