Tag 6: Emotionales Essen
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Jetzt kommen wir in den Bereich der Essstörungen, daher den Hinweis, im Zweifel Ärztin oder Therapeuten zu befragen. Nicht alle emotionalen Esser sind jedoch krank. So ein bisschen steckt das in den meisten Menschen. Blöden Tag gehabt – Wo ist die Schoki? Bei wenigen blöden Tagen und wenig Schoki ist das ja auch kein Problem. Es gibt jedoch Menschen, die jedes negative Gefühl einfach wegfuttern: Angst, Scham, Wut… Das ist zum einen ein Problem, weil es grenzenlosem Übergewicht Tür und Tor öffnet. Zum anderen trennt es aber auch von den Gefühlen, die dann ja einfach weggefressen werden, ehe sie noch bewusst gespürt wurden.

Dass bei emotionalem Übergewicht Punktezählen und Essenspläne allein nicht reichen, dürfte einleuchtend sein. Aber was dann? Ich möchte ein paar Hinweise geben, weil ich mich darin ein Stück weit selbst erkenne und weil es zu diesem Problem spirituelle Literatur gibt. Vielleicht bin ich ja mit Blindheit geschlagen, aber mir will wirklich kein Buch o.Ä. über Untergewichte einfallen. Menschen mit problemhaft wenig auf den Rippen müssen sich immer mitgemeint fühlen.

Peacemaker Basket

bruggeman-veganIch nahm in diesem Herbst an einem inspirierenden Onlinekochkurs teil: 30 Day Vegan von Heather Bruggeman. Ich bin keine Veganerin, wollte jedoch meinen Horizont an Eiweißquellen erweitern und fühle mich tatsächlich durch den Kurs bereichert.
Aber bei Heather geht es um weitaus mehr als nur Rezepte. Die machen eigentlich sogar eher den geringeren Teil des Kurses aus. (Hm, habe ich nicht nachgezählt…) Gleich am ersten Tag erwischte mich Heather mit dem Satz: „Ladies, organize your socks and undies.“ Doch etwas unerwartet für einen Kochkurs. Aber ich habe gehorcht. 😉
Und der zweite Tag dann brachte den Peacemaker Basket, ich nenne ihn mein Ressourcenkörbchen. Kein wirklich schönes Wort, ich weiß – aber es trifft genau, was es für mich bedeutet:
Kennt ihr auch die Ermahnung, es müsse ja nichts Essbares sein, womit man sich an einem bescheidenen Tag trösten könne? Und dann folgen Vorschläge wie ein langer Spaziergang, ein Vollbad, eine Reikiganzbehandlung… Die Krux daran ist, dass ich an den bescheidenen Tagen im Leben eben oft keine Zeit habe für so tolle Sachen. Ja, eine Reikibehandlung in der Badewanne mit schönen ätherischen Ölen bei Kerzenschein und ruhiger Musik würde wohl häufig helfen. (Wenn ich täglich so viel Zeit hätte, gäbe es vielleicht weniger bescheidene Tage in meinem Leben.) Aber so esse ich doch viel zu häufig. Weil mir eben im Falle des Falles nichts einfällt, was ich mal eben so zwischendurch machen könnte, um aus der griesigen Stimmung herauszukommen. Durch Heathers Anregung habe ich jetzt ein Körbchen an meinem Ruheplatz. Darin befinden sich Dinge, die mich in Verbindung zu meinen Ressourcen setzen können: entweder direkt (eine wunderschöne CD oder ein Parfüm) oder indirekt als Kärtchen mit einem Bild darauf, das mich an weitere Möglichkeiten erinnern kann. Ja, es gibt auch ein Bild meiner Badewanne und eines der Sauna im Nachbarort. Aber es können einfach auch „nur“ Affirmationen sein. Dieses Körbchen fülle ich so nach und nach. Es fliegt auch mal etwas heraus – aber auf jeden Fall enthält es viele schöne Möglichkeiten, mir kalorienfrei etwas Gutes zu tun. Und das fühlt sich befreiend an.

Overeaters Anonymus (OA)

Das Programm von OA beruht auf dem der Anonymen Alkoholiker. Inzwischen gibt es die Zwölf-Schritte-Programme für eine Vielzahl von Abhängigkeiten. Der Aufbau entspricht sich jeweils mehr oder weniger und auch die Treffen laufen wohl ähnlich ab. Selbst falls du dir absolut sicher sein solltest, dass Gruppentreffen nichts für dich sind (und woher solltest du das wissen, wenn du es noch nicht ausprobiert hast?), empfehle ich dir die Overeaters Anonymus. Ihre Literatur ist ausgesprochen hilfreich auf der Suche nach den Gründen des eigenen Essverhaltens.

  1. Kernstück ist Die Zwölf Schritte und die Zwölf Traditionen von Overeaters Anonymous.
    Sinnvolle Ergänzungen sind:
  2. Das Zwölf-Schritte-Arbeitsbuch von Overeaters Anonymous und
  3. Der Vierte Schritt – Eine Anleitung zur Inventur.

 Lesenswertes

Ich stelle in einer Extraseite ein paar Buch- und CD-Tipps zu emotionalem Essen, bzw. Übergewicht allgemein zusammen.

Morgen geht es dann um Reiki in der Küche. Versprochen.


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