Lächeln
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Bobby McFerrin

Eines Tages fuhr ich an einem Konzertplakat vorbei, auf dem dieses Foto abgebildet war. Was für ein Lächeln! Mir war in dem Moment gar nicht klar, wer das war – ich fand einfach nur dieses Lächeln so echt, so unmittelbar.
Am gleichen Tag war ich in der Buchhandlung und dort gab es zu dem Konzert auch Werbepostkarten. Habe mir gleich ein halbes Dutzend mitgenommen und bei mir in der Wohnung verteilt.

Ich fühlte einen Stich von Eifersucht in mir: So habe ich noch nie gelächelt. Also setzte ich mich vor das Bild und versuchte, das Lächeln nachzumachen. Grins.
Irgendwie hatte ich mir das als Mission gewählt und saß täglich vor dem Bild und grinste mir einen. Irgendwann tat es einen Donnerschlag und ich wusste plötzlich, dass es ein Foto von mir mit dem Lächeln gibt. Nunja, Bobby McFerrin sieht lächelnd umwerfend aus, ich leicht döschig. Egal.

IMG_2769Dieses Bild ist im Pertified Forest in Calistoga, Kalifornien aufgenommen worden. Versteinertes Holz macht eben doch glücklich!

Nächster Schritt meiner Mission: Wie nennt sich eigentlich das Gefühl, das hinter dem Lächeln steckt. Daran habe ich wieder tagelang gesessen. Irgendwie flog mir dann ein englisches Wort zu: Serenity. Das war’s! Aber mir wollte einfach nicht einfallen, was Serenity auf deutsch heißt. Also nachgeschlagen: heitere Gemütsruhe, Abgeklärtheit, Heiterkeit, am ehesten noch Gelassenheit. Aber keiner dieser Begriffe umfasst das englische Wort zur Gänze. Wow, ich hatte ein Gefühl entdeckt, zu dem es kein deutsches Wort gibt. Was ziemlich gut erklärt, warum mir dieses Gefühl so fremd vorkam. Wenn man noch nicht einmal darüber reden kann…

Ein paar Ewigkeiten lang täglich mehrmals Bobby McFerrin anzulächeln, war für mich also eine ganz wichtige persönliche Erfahrung. Und es stellt so wunderbar die Wahrheit des Spruchs heraus: Fake it, until you make it. Wenn du nur lächelst, stellt sich das Gefühl irgendwann auch ein.

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Somit ist unerwarteterweise Bobby McFerrin zu meinem spirituellen Meister gekommen und sein Bild befindet sich immer noch an meinem Lieblingsplatz, gleich neben meinen liebsten Steinen, der Klangschale und dem Bild vom Berg Kurama.

Und für ein bisschen gute Laune verlinke ich dir hier jetzt auch noch Don’t worry, be happy:


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