Weltuntergang
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Weihnachten kam dieses Jahr viel schneller als sonst. Ich habe mich gerade mit dem Gedanken angefreundet, nicht fertig zu werden. Es tat eigentlich gar nicht weiter weh, die gewünschte Perfektion hintenan zu stellen. Ein paar Aufgaben habe ich auf Januar verschoben, sodass die Weihnachtstage – und natürlich die Zwischentage – frei bleiben von Muss und Soll und GanzWichtig.

Rings um mich her sehe ich Leute, die dieses Jahr genauso am Rad drehen. Sie ächzen und stöhnen, als drohe mit Weihnachten eine grausame Bestrafung. Umgebe ich mich einfach mit den falschen Leuten oder ist dieses Jahr der Wurm drin? Ist das ein Zeichen für den Weltuntergang? Oder: Ist dies der Weltuntergang? Die Auflösung eines friedlichen Familienfests in Stress und Hetze?
Im Tarot steht der Tod für Neuanfang. Bedeutet Untergang nicht immer auch neue Chancen, neue Hoffnung? Nach der turbulenten Vorweihnachtszeit kommen die ruhigen Weihnachtstage. Gilt das auch auf einer viel größeren Skala?

Ich bin mir sicher, dass die Welt nicht allzu schnell untergeht. Und überhaupt: Was ist die Welt? Meine Welt ist erst einmal meine Familie. Aber gestern Abend lachte mein Mann mich aus, als ich sagte, uns gäbe es ja schon seit 13,7 Milliarden Jahren. Also scheine ich mich doch voll und ganz mit dem Universum zu identifizieren…

Nochmal mein Fernsehtipp: 21. Dezember 2012, 23:15-00:15 Uhr, ZDF:
Weltuntergang live. Sondersendung von Abenteuer Forschung.
Interessanter Sendetermin: Endet erst nach Mitternacht!

Und für diejenigen, die das alles gar nicht lustig, sondern ernstlich beängstigend wirkt: Keine Panik. Sieh dir mal die verpassten Weltuntergänge an. Es gab davon schon so viele. Warum sollte es nicht noch viele weitere geben? Was wäre an dieser Prophezeihung denn so viel Ernst zu nehmender als an all den vorherigen?
Ein viel genutztes Argument ist die Aneinanderreihung der Planeten. Dass sich da Kräfte addieren könnten, die dann zu irdischem Ärger führen würden – das ist ja sogar für mich halbwegs plausibel. Interessanterweise ist es gar nicht so einfach, Aussagen von Astronomen zum 21. Dezember 2012 zu finden. Aber es ist mir doch gelungen und heraus kam: keine Aneinanderreihung.
Naja, und sollte es doch zum Untergang kommen – ob der nun persönlich oder kosmisch ist – dann bleibt ohnehin nur, auf ein gnädiges, schnelles Ende zu hoffen. Vielleicht klingt das nicht tröstlich, aber für mich ist es das. Ich werde sterben. Bitte schmerzfrei. Und dann werde ich sehen, ob etwas danach kommt.


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